Kursschwankungen auf dem Finanzmarkt: Kommt die Wende?
In den letzten Wochen ist der Handel an den Finanzmärkten wieder deutlich volatiler geworden. Die jüngsten Kursschwankungen spiegel vor allem die gestiegene Nervosität der Anleger wider. Zwar will grundsätzlich niemand den aktuellen Aktienmarktboom verpassen, allerdings ist der Markt in den vergangenen sechs Monaten extrem gut gelaufen. Wer die Tiefststände zum Einstieg genutzt hat, konnte innerhalb weniger Monaten Kursgewinne von weit über 50 Prozent erzielen, selbst in etablierten Indizes wie dem Dax oder dem Dow Jones.
Doch wenn es nach der Meinung vieler Anleger Analysten geht, dürfte damit erst einmal Schluss sein. Für 2010 prognostizieren nun immer mehr Akteure eine Verschnaufpause oder sogar deutlich Korrekturen. Immerhin ist der Markt zwar dafür bekannt, dass er die Zukunft handelt, allerdings dürfte die Zukunft, die die Indizes momentan widerspiegeln in weiter Entfernung liegen. Und genau daher rührt auch das eigentliche Korrekturpotential. Der Markt ist schlicht und ergreifend heißgelaufen.
Die zunehmende Heftigkeit der zu beobachtenden Kursschwankungen dürfte auch darauf beruhen, dass eine weitere Blase kurz vor einer deutlichen Korrektur steht. Der Euro hat sich gegenüber dem Dollar derart verteuert, dass viele Anleger aus dem amerikanischen Raum deutliche Währungsgewinne erwirtschaftet haben. Dennoch bauen viele Amerikaner keine Positionen ab. Im Gegenteil: Der Dollar wird verkauft und Engagements im Euroraum aufgebaut. Kaum jemand, der nicht den Dollar shortet. Sollte es hier zu einer Korrektur kommen, droht den Aktienmärkten erneutes Ungemach. Denn dann wären viele Amerikaner gezwungen, ihre Euroinvestments zu verkaufen um Währungsverluste zu vermeiden. Auch zahlreiche Carrytrader, die sich in Us Dollar verschuldet haben, um in anderen Währungen anzulegen, müssten dann Ihre Positionen glattstellen. Ein Abverkauf wäre die unmittelbare Folge!