Droht ein neuer Finanzmarkt-Crash? Finanzkrise die II.
Die Angst kehrte schlagartig an die Kapitalmärkte zurück, als plötzlich die finanziellen Probleme Dubais publik wurden. Die sogenannte Dubai Krise brachte die Aktienmärkte deutlich unter Druck. Bis dato ging man immerhin davon aus, dass Dubai und andere arabische Staaten zusammen mit den sogenannten BRIC Staaten durch ihr robustes Wachstum der Weltwirtschaft schnell aus der Krise helfen könnten. Doch Dubai hat in den letzten Jahren eine enorme Staatsverschuldung aufgebaut, um Infrastrukturprojekte und gigantische Prestigeobjekte zu finanzieren. Der Preis für künstliche Inseln und andere Prunkbauten: Eine Staatsverschuldung von 80 Mrd. Euro.
Der Liquiditätsengpass im Emirat Dubai könnte nun weitere Kreise ziehen: Investoren könnten Engagements auflösen um Liquidität zu schaffen. Ähnliches erwarten viele Beobachter nun auch von anderen Emiraten wie Katar oder Abu Dhabi. Und genau hier ist die Angst vieler Investoren besonders groß: Denn Katar ist immerhin ein bedeutender Großaktionär von Daimler. Auch an Porsche hält das Emirat Anteile. Kein Wunder, dass diese Werte momentan besonders stark unter Druck geraten sind. Die Crashgefahr, die von den Emiraten ausgeht ist allerdings eher begrenzt und beschränkt sich vor allem auf die entsprechenden Einzelwerte.
Allerdings ist der Markt nervöser geworden. Die Wochen, in denen negative Meldungen schön geredet oder einfach ignoriert wurden, sind nun scheinbar vorbei. Negative Nachrichten werden nun wieder verstärkt zum Verkaufen genutzt, sodass ein entsprechend schlechtes Nachrichtenbild unweigerlich zu größeren Kursverlusten führen kann. Allerdings erwarten Experten nicht, dass der „Dubaicrash“ weiter Kreise ziehen wird. Stattdessen wird davon ausgegangen, dass Abu Dhabi dem Emirat Dubai finanzielle Unterstützung zusichert und notfalls einspringt, wenn es tatsächlich zu akuten Engpässen kommt.